Gefährliche Worte in Deinem Wortschatz

Bloss ein kleines Wort reicht aus und Deine positive Einstellung erleidet einen fiesen Rückschlag. Unterstütze Dein Mindset mit positiver Rhetorik.

Mindset verbessern: Gefährliche Wörter, die Du im Alltag vermeiden solltest

Die Wörter, die wir benutzen und die wir hören, beeinflussen unserer Gefühle, unser Denken, unser Handeln. Die Sprache – und sogar einzelne Begriffe – nimmt enorm Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Meist sind wir uns darüber, wie Worte auf uns Einfluss nehmen, nicht bewusst.

So ergaben Studien, dass das, was auf Lebensmitteletiketten steht, Einfluss auf unser Geschmackserlebnis ausübt. Eine Marmelade schmeckt so besser, wenn sie traditionell oder nach Grossmutters-Rezept ist.

Psychologen und Hirnforscher finden mehr immer mehr Hinweise darauf, dass unsere Muttersprache mit bestimmten Denkmustern kommt, die uns ein Leben lang prägen und begleiten. Ebenso beeinflussen die Wörter, die wir nutzen, unser aktuelles Mindset.

Welche Worte solltest Du daher besser aus Deinem Wortschatz streichen, um Dein Mindset zu verbessern?

Eigentlich – Nein, oder doch?

«Eigentlich wäre ich lieber draussen und würde mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen» – und da bleibt das grosse Fragezeichen, ob diese Person nicht kann, sollte oder ob sich einfach nicht dazu aufrafft.

Das Wort «eigentlich» verwischt unsere Absicht und lässt Spielraum für Interpretation. Dieser Raum kann im Gegensatz zu einer Kaugummi-Blase so weit ausgedehnt werden, dass sich der Sinn des Gesagten ins Gegenteil verkehrt.

Fehler – Oh, sh*t!

Fehler sind notwendig, um zu lernen. Und Meister sind wohl noch nie welche vom Himmel gefallen. Würden mehr Menschen nach der Try-and-Error-Mentalität leben, wäre der Klimawandel längst Geschichte und wir würden in einer Welt voller Einhörner und Zuckerwattewolken leben – zumindest wären wir viel näher dran.

Ich bin doch so ...! – Du bist, was Du Dir sagst

Ich bin _________ . Was immer Du daran anhängst, ist eine machtvolle Wortkombination. Besonders fatal, wenn sie mit einem negativen Zusatz ergänzt wird. Egal ob müde, am Ende, zu schlecht – alles, was Du an diese beiden Worte anführst, das bist Du auch.

Das Hirn kann hier nicht differenzieren. Es manifestiert sich, verknüpft sich mit Deiner Identität, wird Wirklichkeit. Was auch immer Du Dir anlastest, reflektiere, lern daraus und mach Dich nicht kleiner, als Du bist.

Problem – Unüberwindbare Hürden

Vor einem grossen Problem zu stehen ist ungefähr so, als versuche eine kleine Maus, ein 30-stöckiges Hochhaus zu erklimmen. Hört sich anstrengend an. Ist es auch.

Wer eine Schwierigkeit als Problem interpretiert, macht sich zur Maus und die Schwierigkeit zum gigantischen Gebäude, das beinah nicht zu bezwingen ist. Und damit schafft man sich wirklich ein riesiges Problem.

Versuchen – Nicht 100 % geben

Versuch, die Leerschlagtaste auf Deiner Computertastatur anzusehen. Du wirst feststellen, dass es unmöglich ist – entweder Du schaust die Taste an oder eben nicht. Ebenso verhält es sich mit allem Anderen im Leben: Versuchen, sein Bestes zu geben, geht nicht. Entweder Du gibst alles oder eben nicht.

Später – Nicht jetzt

«Später» ist wohl der gefürchtete, schwarze Ritter unter den gefährlichsten Wörtern. Es bringt uns dazu, Wichtiges zu vertagen und uns mit Dringlichem oder gerade interessanterem, allerdings unwichtigen zu befassen. Damit nicht genug. Dieses Wort hat fiese Tarntechniken in petto, also aufgepasst:

  • Das mache ich morgen.
  • Nachdem ich dies und jenes.
  • Ich habe es ganz fest vor.
  • Das ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt.

Wenn – Vielleicht, sofern ich damit beginne

Wenn das Wörtchen «wenn» nicht wär, wär ich schon lange Millionär. Das Unterbewusstsein sagt sich: «‹Wenn› muss nicht unbedingt eintreten, es ist näher an ‹falls› als, an ‹tun›».

Somit schwingt sich «wenn» zu der herrlichen Ausflucht auf, um etwas auf später oder nie zu verschieben:

  • Wenn ich dies und das erreicht habe, erst dann kann ich mit diesem und jenem beginnen.
  • Wenn ich durchgeplant habe, gehts richtig los.

Anomalien, die wir persönlich nehmen

Es gibt Wortkombinationen, die sind für die rund 7,5 Milliarden Menschen dieser Welt harmlos. Das nutzt Deinem positiven Mindset allerdings wenig, wenn diese eine Wortgruppe Dich negativ beeinflusst.

Diese Anomalien sind besonders gemein, da die erste Herausforderung schon mal darin besteht, sie im Wörter-Dschungel überhaupt ausfindig zu machen.

Wie du gefährliche Wörter vermeidest

Gern würde ich behaupten, es sei kinderleicht, Wörter aus seinem Wortschatz zu streichen – allerdings wäre das gelogen. Es ist alles andere als einfach. Unser Gehirn ist aus Evolutionsgründen so gestrickt, dass es den Weg mit dem geringsten Widerstand wählt.

Das spart Unmengen an Energie, die zu einem späteren Zeitpunkt überlebenswichtig sein könnte. Eine Gewohnheit ist nichts anderes als ein bereits erlernter und bis ins Detail perfektionierter Ablauf, sodass er von unserem Gehirn unterbewusst verarbeitet wird und somit wenig Leistung zieht. Vielleicht fragst Du Dich, warum ich Dir von Gewohnheiten erzähle, wo Du Dich für die gefährlichen Wörter in Deinem Wortschatz interessierst?

Dein aktiver Wortschatz ist bloss die Ansammlung an Wörtern, die Du täglich nutzt. Also die Wörter, deren Gebrauch Du Dir gewohnt bist. Und da ist sie: Die Gewohnheit und der Grund, warum es schwer wird, die gefährlichen Wörter aus Deinem Wortschatz zu tilgen. Schwer, aber möglich.

Intension im Kopf haben

Warum nimmst Du diesen Aufwand auf Dich? Diese Frage will beantwortet werden, und zwar schriftlich. Mehrere Studien – beispielsweise die Studie von Jordan Peterson – zeigen, dass wir unsere Ziele wahrscheinlicher erreichen, wenn wir unsere Ziele vorher verschriftlichen. Da Dein Warum Dein Raketenantrieb ist, greife zu Zettel sowie Stift und schreibe Deine Antwort nieder. Hänge Dein Warum dort hin, wo Du es täglich mehrmals siehst. Vielleicht machst Du ein Foto davon und Deine Intension wird Dein neuer Handyhintergrund – egal, solange Du Dein Warum ständig im Kopf hast.

Sage, was Du meinst

Es ist erschreckend, wie viele Menschen Worte verwenden, die etwas anderes bedeuten, als sie dachten. Vor allem bei der Interaktion mit Anderen kann das echt ins Auge gehen. Hier einige Beispiele:

  • Scheinbar: ein Sachverhalt, der nur zum Schein – nicht wirklich – eingetreten ist.
  • das Gleiche vs. dasselbe: «das Gleiche» ist etwas sehr Ähnliches. «Dasselbe» ist allerdings absolut genau dasselbe.
  • AGBs: Wolltest Du wirklich allgemeine Geschäftsbedingungens sagen?

Vorsicht vor Sender-Empfänger-Differenzen

Der Teufel steckt nicht nur im Detail, ebenso in der Konnotation. Ein Wort, das in der Sprachwissenschaft wurzelt und dem zu wenig Beachtung zukommt. Die Konnotation beschreibt die Nebenbedeutung eines Wortes, also das, was bei der Verwendung eines Begriffs bewusst oder unbewusst mitschwingt.

Wörter sind im Grunde weder positiv noch negativ. Von einem «komischen Kauz» nimmt die ganze Welt gen mal Abstand. Ironischerweise kann «komischer Kauz» ein charmantes Kompliment sein – mit der richtigen Intension und auf die richtige Weise überliefert.

Hinzu kommt, dass jeder andere Erfahrungen und Geschichten in sich trägt. Etwas, das positiv gemeint war, kann negativ ankommen. Du siehst: Die Wirkung von Worten ergibt sich aus der Absicht des Sprechers und Interpretation des Empfängers. Sei also aufmerksam und beobachte, ob Dein Gegenüber aufgefasst hat, was Du wolltest.

Hab einen positiven Fokus

«Ich habe ein riesiges Problem», hört sich Mist an, nicht? Ist es auch. Vor allem, wenn Du Dein positives Mindset verbessern möchtest. «Ich brauche eine Lösung», ist die klügere Wahl.

  • Ich bin müde vs. Ich fühle, wie sehr ich mich heute eingesetzt habe
  • Ich befürchte, es geht schief vs. Es wird schon irgendwie gehen
  • Ich kann das nicht vs. Noch weiss ich nicht wie, aber ich arbeite dran

Tipps, wie Du Deinen aktiven Wortschatz änderst

Folgend haben wir ein paar Tipps zusammengetragen, um Dir die Umstellung Deines aktiven Wortschatzes – und somit Deinen Wortschatz zu verbessern – leichter zu machen.

Tipp 1 – Stress ist eine Stolperfalle

Das Gehirn verlässt sich auf Gewohnheiten. Stichwort: Überleben. Stress interpretiert unser Gehirn als Gefahr. Um diese Gefahr zu «überleben» wird es auf jenes Verhalten zurückgreifen, dass Dir bisher immer das Wohlergehen gesichert hat.

Je gestresster Du bist, umso wahrscheinlicher fällst Du in die unerwünschte Gewohnheit zurück. Auch wenn es schwer ist, achte Dich im Stress besonders auf Deine Wortwahl.

Tipp 2 – Gemeinsam stark

Möchtest Du Deinen Wortschatz verbessern, sprich mit Deiner Familie und Deinen Freunden. Erzähle ihnen, was Du vorhast und warum. Mit etwas Glück oder einer guten Überzeugungsgabe bist Du bald nicht die einzige Person, die sich in Deinem Umfeld auf Ihre Sprache achtet.

Je mehr Ohren aufmerksam gespitzt sind, desto weniger Fehler fliegen unter dem Radar und desto weniger lasst ihr euch gegenseitig durchgehen. Kleiner Bonus: Gemeinsam macht das Ganze mehr Spass.

Tipp 3 – Visualisieren

Oft rutschen die unerwünschten Wörter durch, wie die ein nasses Stück Seife. Es gibt einen kleinen Trick, um Dich auf diese Wörter zu sensibilisieren:

Stell Dir das Wort vor. Es steht in schwarzen Buchstaben auf einem Blatt Papier. Nimm das Papier vom Tisch, sieh es Dir ein letztes Mal an und knülle das Papier zu einer festen Kugel. Siehst Du die vielen Knitter, hörst Du das Papier rascheln? Jetzt wirf den Papierball über Deine Schulter. Hast Du gehört? Er ist im Papierkorb gelandet.

Mindset verbessern: Üben, üben, üben!

Nun bist Du auf dem besten Weg, Deinen Wortschatz zu verbessern. Und dann kam der Körper und wollte auch noch mit mischen. Ja, auch die Körperhaltung beeinflusst uns.

Im Übrigen untersucht das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP) die Muster, die durch die Interaktion zwischen dem Gehirn, der Sprache und dem Körper kreiert wird, und die sowohl effektives als auch ineffektives Verhalten produzieren können. Wer sich für NLP interessiert, kann sich mit mehr Lesestoff eindecken.

Lass Dich davon aber nicht beirren, wie Max Planck feststellte: Niemals aufgeben und immer dranbleiben.

Auch eine Enttäuschung, wen sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts.

Max Planck